Heißluftfritteusen: Nicht jedes Modell macht Pommes wirklich knusprig
Heißluftfritteusen erleben gerade einen wahren Boom – doch die Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen könnten kaum größer sein. Manche Geräte entlocken Kartoffeln ein Maximum an Geschmack und Knusprigkeit, andere verwandeln Pommes in blasse, gummiartige Stäbchen.
Alle Hersteller versprechen dasselbe: goldbraune Pommes mit minimalem Ölverbrauch. Praxistests zeigen jedoch schnell, dass das Label „Airfryer“ allein noch kein Qualitätsmerkmal ist. Vier entscheidende Faktoren bestimmen letztlich das Ergebnis auf dem Teller.
Warum manche Heißluftfritteusen perfekte Pommes liefern und andere nicht
Eine gut konstruierte Heißluftfritteuse verteilt die heiße Luft so, dass jede einzelne Pommes gleichmäßig umströmt wird. Das ermöglicht eine rundum gleichmäßige Bräunung – ganz ohne Öl. Redaktionelle Tests mit Tiefkühlpommes, Backwaren und Snacks belegen zudem, dass eine hohe Maximaltemperatur kein Garant für herausragende Ergebnisse ist.
Viele der besten Modelle erzielen bereits bei 200 °C hervorragende Resultate, obwohl die Werbung oft Werte zwischen 230 und 240 °C betont. Die tatsächliche Heizleistung und die Geschwindigkeit, mit der die Zieltemperatur erreicht wird, spielen eine deutlich größere Rolle als die Zahl auf dem Display.
Marken wie Philips, Ninja und Cosori investieren erhebliche Ressourcen in die Entwicklung ihrer Zirkulationssysteme. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im gleichmäßigen Heißluftstrom innerhalb der Garkammer. Sowohl die Korbstruktur als auch der Kammerboden müssen aerodynamisch durchdacht gestaltet sein.
Testlabor-Experten betonen, dass auch günstigere Modelle durchaus überraschen können, sofern Heizelement und Ventilator richtig positioniert sind. Umgekehrt enttäuschen teure Geräte mitunter durch komplizierte Bedienung oder einen ungünstig geformten Garkorb.
Testsieger: Philips NA555/00 Steam Airfryer – Heißluft und Dampf in einem Gerät
Der Philips NA555/00 Steam Airfryer hat in Tests bei der Pommes-Zubereitung besonders hell gestrahlt. Er vereint klassische Heißluftfritteuse und Dampfgarer in einem Gehäuse – ein interessanter Vorteil für alle, die im Alltag gesünder kochen möchten.
In der größeren Hauptkammer lassen sich problemlos reichhaltige Portionen Pommes zubereiten, während die kleinere Kammer gleichzeitig für gedämpftes Gemüse, Fisch oder aufgewärmte Brötchen genutzt werden kann. Beide Bereiche arbeiten vollständig unabhängig voneinander. Im Test briet das Gerät Pommes, Brezeln und Croissants zügig und gleichmäßig an – ohne verbrannte Ränder und mit perfekt durchgegartem Inneren.
Die Alltagsbedienung wird durch klare Piktogramme und voreingestellte, manuell anpassbare Programme erleichtert. Was fehlt, ist ein Speicher für persönliche Einstellungen sowie eine Smartphone-Anbindung. Das Gerät ist recht voluminös und benötigt dauerhaft Platz auf der Arbeitsfläche. Die Reinigung übernimmt zum Großteil die Spülmaschine.
Eine praktische Vorheizfunktion sorgt dafür, dass die optimale Temperatur erreicht wird, bevor die Zutaten eingelegt werden. Die Edelstahlpaneele lassen sich mit einem feuchten Tuch einfach abwischen und nehmen Fett kaum an.
Philips Airfryer 5000 XXL – ein leistungsstarkes Kraftpaket für Pommes und Snacks
Das zweite Modell mit sehr hohen Bewertungen ist der Philips Airfryer 5000 XXL. Er richtet sich an alle, die viel Korbvolumen, eine unkomplizierte Bedienung und zusätzlich eine Smartphone-App-Integration wünschen.
Der großzügige Korb fasst mühelos eine Familienportion Pommes, ohne dabei so viel Platz zu beanspruchen wie manche riesige „Ofen-Fritteuse“. Die Testergebnisse sprechen für sich: Die Pommes gehörten zu den besten im gesamten Vergleich, Backwaren und Snacks wurden gleichmäßig gebräunt.
- Einfache Steuerung über das Panel oder die App
- Zeit- und Temperaturanpassung auch während des Garvorgangs möglich
- Temperatur ab 40 °C – das Gerät eignet sich auch zum Trocknen von Früchten
- Spülmaschinenfeste Komponenten
- Brot- und Backprogramm mit automatischer Einstellung
- Intelligente Sensoren messen die Feuchtigkeit der Speisen
Allerdings ist dieses Gerät kein Sparwunder beim Stromverbrauch. Bei intensiver Nutzung schlägt jede Garrunde spürbar auf die Stromrechnung. Forscher unabhängiger Testinstitute geben den Energieverbrauch mit rund 2100 W an.
Günstige Doppel-Option: Philips Airfryer 3000 Dual Basket
Der Philips NA352/00 Airfryer 3000 Dual Basket ist eine vernünftige Wahl für alle, die zwei unabhängige Körbe wollen, ohne viel Geld auszugeben. Die zwei separaten Fächer (ca. 6 l und 3 l) ermöglichen die gleichzeitige Zubereitung unterschiedlicher Speisen – etwa Pommes und Chicken Wings.
Eine intelligente Synchronisierungsfunktion berechnet die Garzeiten so, dass beide Gerichte gleichzeitig fertig sind. Die Möglichkeit, Einstellungen von einem Korb auf den anderen zu übertragen, vereinfacht die Zubereitung großer Pommes-Portionen in beiden Fächern gleichzeitig. Im Test überzeugte dieses Modell durch Geschwindigkeit und Knusprigkeit der Pommes. Nur Backwaren wie Brezeln benötigten geringfügig längere Garzeiten.
Körbe und Tabletts sind spülmaschinenfest, die Bedienung erfolgt über physische Tasten und Symbole. Eine Netzwerkverbindung gibt es nicht – für manche Nutzer ein Vorteil, für andere ein Nachteil. Das Gerät verfügt außerdem über eine automatische Abschaltfunktion beim Herausziehen des Korbs, was die Sicherheit erhöht.
Experten der Karlsuniversität Prag testeten dieses Modell im Rahmen einer Studie zur Energieeffizienz von Haushaltsgeräten. Sie stellten fest, dass das Dual-Basket-System bis zu 15 % Energie gegenüber zwei separaten Fritteusen einsparen kann.
Für große Portionen: Ninja AF500EU Foodi Flex Drawer
Der Ninja AF500EU Foodi Flex Drawer ist ein Gerät für alle, die wirklich großen Hunger haben oder eine mehrköpfige Familie versorgen müssen. Die einzelne Garkammer fasst bis zu 10,4 Liter. Bei Bedarf lässt sie sich durch einen Einsatz in zwei gleich große Zonen aufteilen, in denen verschiedene Speisen gleichzeitig gegart werden können.
Ein großes Plus dieses Modells ist der weite Temperaturbereich: von 40 bis 240 °C. Das Gerät beherrscht damit Trocknen, Aufwärmen, klassisches Garen und intensives Überbacken gleichermaßen. Im Test kamen Pommes und tiefgekühlte Snacks schnell und mit der richtigen Konsistenz heraus.
Das Gerät hat jedoch auch Schattenseiten: Es wiegt rund neun Kilogramm und beansprucht erheblich Platz auf der Arbeitsfläche. Es arbeitet mit einem deutlich wahrnehmbaren Geräuschpegel und gibt keinen Hinweis, wenn die Pommes während des Garens geschüttelt werden sollten. Im Zwei-Zonen-Modus zeigt das Display nur die Temperatur, nicht den Countdown – ein Detail, das man im Hinterkopf behalten sollte.
Hersteller Ninja gibt an, dass das Zirkulationssystem eine bis zu 30 % gleichmäßigere Luftverteilung im Vergleich zu Konkurrenzmodellen erreicht. Die Technologie basiert auf einem Doppelventilator-Design und speziell geformten Kammerwänden.
Stil und Sicherheit: Cosori Iconic
Der Cosori Iconic sticht in erster Linie durch sein Äußeres hervor. Das kompakte Edelstahlgerät im Retro-Look lässt sich bedenkenlos offen auf der Arbeitsfläche stehen. Das Innere – ein Korb mit 6,2 Litern Fassungsvermögen – ist mit einer keramischen Beschichtung ohne PFAS-Verbindungen versehen, was für viele Menschen ein gesundheitliches Argument darstellt.
Tests zeigten, dass der Cosori Iconic bei Pommes und Backwaren sehr gute Ergebnisse erzielt und dabei weniger Strom verbraucht als ein Teil der Konkurrenz: Die maximale Leistungsaufnahme liegt bei rund 1560 W. Gesteuert wird das Gerät über ein großzügiges Touch-Panel an der Oberseite.
Verschiedene Automatikprogramme stehen zur Verfügung, Zeit und Temperatur lassen sich manuell anpassen. Besonders interessant ist die Möglichkeit, auch die Ventilatorgeschwindigkeit zu regulieren. Das Gerät verbindet sich mit dem Heimnetzwerk und der Vesync-App, die Rezepte und Anleitungen bereithält.
Korb und Tablett sind spülmaschinenfest, allerdings ist das Edelstahlgehäuse recht fingerabdruckempfindlich. Im Betrieb ist das Gerät lauter als der Fritteusendurchschnitt. Forscher der Technischen Universität Brünn untersuchten den Einfluss verschiedener Korbbeschichtungen auf die Lebensmittelqualität und stellten fest, dass Keramik die Anhaftung tatsächlich reduziert.
Worauf man beim Kauf einer Heißluftfritteuse für Pommes achten sollte
Selbst wer die Testergebnisse kennt, sollte beim Kauf einige Punkte eigenständig prüfen. Nicht alle davon wirken sich direkt auf den Pommes-Geschmack aus, beeinflussen aber den Bedienkomfort erheblich.
- Korbkapazität: Für eine Person reichen 3–4 l, eine Familie benötigt in der Regel 5–7 l oder zwei Körbe
- Form des Innenraums: Je flacher und breiter der Korb, desto leichter lassen sich Pommes in einer dünnen Schicht verteilen
- Temperaturbereich: Für Pommes genügen in der Praxis 180–200 °C, niedrige Temperaturen dienen zum Trocknen, hohe zum Überbacken
- Programme und Bedienung: Es ist praktisch, Zeit und Temperatur auch während des Garvorgangs bequem anpassen zu können, da jede Pommes-Portion etwas anders ist
- Reinigung: Spülmaschinenfeste Körbe und Tabletts sparen wirklich Zeit; ein Edelstahlinneres ohne versteckte Ecken lässt sich leichter sauber halten
- Geräusch und Abmessungen: Relevant, besonders wenn die Küche offen zum Wohnbereich liegt oder die Arbeitsfläche begrenzt ist
- Energieverbrauch: Modelle mit Energieeffizienzklassifizierung können auf Jahressicht erhebliche Kosten einsparen
- Kabellänge: Weniger als 80 cm kann die Positionierung auf der Arbeitsfläche erschweren
Experten von Verbraucherschutzorganisationen empfehlen, vor dem Kauf den verfügbaren Platz auf der Küchenarbeitsfläche zu messen. Viele Nutzer unterschätzen die tatsächlichen Abmessungen des Geräts und müssen später kreative Lösungen finden.
Fünf Regeln für wirklich perfekte Pommes aus der Heißluftfritteuse
Selbst das beste Gerät kann keine Wunder vollbringen, wenn die Pommes schlecht vorbereitet sind. Wenige kleine Gewohnheiten können das Ergebnis auf dem Teller grundlegend verändern.
Den Korb nicht überfüllen. Pommes brauchen Platz. Werden sie in einer dicken Schicht gestapelt, erreicht die heiße Luft nicht alle Stellen, und manche Pommes bleiben weich. Besser zwei kleinere Portionen garen als eine große, missratene.
Kein Backpapier in den Korb. Backpapier verdeckt die Löcher, durch die die heiße Luft zirkuliert. Die Pommes trocknen nicht gleichmäßig, und die Unterseite bleibt blass. Wer befürchtet, dass die Pommes kleben, kann den Korb mit etwas Ölspray einsprühen.
Während des Garens schütteln. Ein- oder zweimaliges kräftiges Schütteln des Korbs auf halbem Weg kann das Ergebnis ausgleichen: Die Pommes wenden sich, die unteren kommen nach oben und bräunen gleichmäßig. Die meisten modernen Fritteusen haben eine Erinnerungsfunktion dafür.
Bei selbstgemachten Pommes einen Schuss Öl hinzufügen. Tiefkühlprodukte enthalten in der Regel bereits Fette. Rohes, in Stifte geschnittenes Kartoffelgemüse braucht mindestens einen Teelöffel Öl pro Portion. Einfach alles in einer Schüssel vermengen, bis jede Pommes leicht benetzt ist.
Die richtige Temperatur wählen. Für die meisten Tiefkühlpommes funktioniert ein Bereich zwischen 180 und 200 °C gut. Zu niedrige Temperaturen liefern einen „gekochte Kartoffeln“-Effekt, zu hohe können die Ränder verbrennen, bevor der Kern gar ist.
Es lohnt sich auch, einige Dinge zu beachten, die in Anleitungen selten stehen. Viele günstige Fritteusen haben eine ungleichmäßige Luftzirkulation – in diesem Fall ist das Schütteln des Korbs praktisch Pflicht. Außerdem empfiehlt es sich, Garzeiten in kleinen Schritten zu testen: Besser zwei Minuten draufgeben als eine zu dunkle und trockene Portion herausnehmen.
Ein weiterer Punkt betrifft die Kartoffelsorte und den Schnitt. Typische Salatkartoffeln bräunen schlechter und trocknen nur schwer. Wer Pommes von Grund auf selbst zubereitet, sollte zu Sorten greifen, die für Backofen oder Frittieren empfohlen werden. Dickere Pommes verzeihen mehr Fehler – dünne verbrennen bei zu hohen Temperaturen schnell. Beim vorgefertigten Tiefkühlprodukt lohnt es sich, einmal eine andere Marke auszuprobieren: Die Unterschiede im Vorfrittiergrad und Fettgehalt können größer sein als die zwischen den Geräten selbst. Ernährungsspezialisten des Instituts für Klinische und Experimentelle Medizin betonen, dass auch in der Heißluftfritteuse die Qualität der Ausgangsprodukte den entscheidenden Unterschied macht.
Welche Heißluftfritteuse wirklich die richtige für Sie ist
Die Wahl einer Heißluftfritteuse hängt vor allem davon ab, wie häufig man kocht und wie viele Personen versorgt werden müssen. Für Singles oder Paare reicht ein kompaktes Modell mit einem Korb bis zu 4 Litern, während eine vierköpfige Familie 6 Liter oder mehr zu schätzen wissen wird.
Wer in erster Linie Pommes zubereiten möchte, sollte sich auf Modelle mit gleichmäßigem Luftstrom und der Möglichkeit konzentrieren, den Korb während des Garens zu schütteln. Dual-Körbe machen Sinn, wenn man mehrere Speisen gleichzeitig zubereiten möchte – etwa eine Beilage und ein Hauptgericht. Die Betriebskosten sollte man dabei nicht vergessen: Geräte mit einer Leistung über 2000 W können die Stromrechnung spürbar erhöhen, besonders bei täglichem Einsatz. Es lohnt sich, die langfristigen Kosten mit der anfänglichen Investition zu vergleichen.









